Lieber Wolfi, liebe Menschen im Zauberkreis,
ich melde mich, hoffentlich kurz und bündig.
Ich finde E-Mails und Signal ungeeignet, um Themen oder Situationen zu besprechen, die so viele Emotionen bewegen.
In vielen Jahren Gemeinschaftsleben habe ich erfahren, dass sie in den seltensten Fällen zu guten Lösungen beitragen, weil sie keinen persönlichen Kontakt ermöglichen, nicht die Möglichkeit bieten, einander zu spüren, wahrzunehmen.
Ich habe deine und Lottes letzten Nachrichten, so wie ich euch schon geschrieben hatte, nicht gelesen. Auch diese E-Mail habe ich nicht gelesen.
Mein Herz beginnt wild zu klopfen und ich bekomme Angst, schon bei den ersten Worten. Ich hatte dich gebeten, das Thema in einem gehaltenen Kreis weiter zu bewegen und mir keine E-Mails zu schreiben.
Ich merke, dass es zu viel für mich ist, dass ich es nicht alleine mit euch machen möchte, dass ich Angst bekomme, dass ich an vergangenen Erfahrungen hier Vorort erinnert werde, die für mich sehr bedrohlich waren.
Ich versuche meine Innenbewegungen und Bedenken zu beschreiben:
Für mich definiert ihr sehr stark Räume, Plätze und den emotionalen Austausch an einem Ort, wo viele Menschen seit Jahren, schon viel länger als es euch hier gibt, dran sind. Angefangen mit Sonderabmachungen beim Einstieg und eine für mich den Ton stark angebende Haltung, da wo gewisse Themen euch wichtig sind. Z.B. Drohne oder patriarchalen Strukturen oder Platzentwicklung oder Militärbesuch oder Enten und Zäune am Platz...
Ich fasse zusammen mit dem Wort Definitionsmacht. Für mich ist eure Präsenz in manchen Aspekten dieses Zusammenlebens sehr definierend, lässt mich an manchen Stellen nicht aussprechen, was für mich wichtig ist, nicht ok ist, mich bewegt, mich verletzt, mir Angst macht.
Morgen werde ich mich vielleicht zu einer Ökologie-Sprechstunde trauen, weil ihr nicht da seid.
Ja, gerade ist es für mich sehr entspannend, dass ihr nicht da seid. Und es ist traurig, es mitzubekommen.
Seit Lotte mich und Lea heftig angeschrien hat, ist der Zusatnd "akut" geworden. Seitdem versucht ihr per Signal oder E-Mail mich zu dem zu überreden, was ihr respektvolles Miteinander nennt.
Ich bin offen für Kontakt und Gespräche, nicht alleine mit euch, denn davor hätte ich gerade richtig Angst. Und nicht per Signal oder E-Mail.
Ich bin willig zu forschen und bereit meinen Anteil an Verantwortung zu mir zu nehmen und wünsche mir dafür einen passenden Rahmen und ein Tempo, das uns betroffenen erlaubt, mitzukommen und mitzubekommen, was da passiert.
Ich habe keine guten Abschlussworte.
Aufgewühlt, bewegt und verletzlich fühle ich mich,
Aurora
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Aurora Sprenger
MEDICAL*YOGA
Yoga & Spiraldynamik®
www.aurora-yoga.at
0699 19 06 77 33
Gesendet: Sonntag, 19. Oktober 2025 um 09:36
Von: Wolfi <wolfi@cambium.at>
An: leitungskreis@lists.cambium.at
Betreff: [Leitungskreis] Achtsamkeit
Lieber Leitungskreis,
Liebe Aurora,
eigentlich habe ich Aurora eine Mail und eine Signal Nachricht
geschrieben, doch ich habe bis jetzt keine Bestätigung erhalten, dass
sie meine Nachrichten erhalten hat (Signal scheint immer noch
ungelesen). Ich bin nun im Urlaub und schleppe seit Anfang dieses Thema
mit, hiermit möchte ich es los werden und abschalten können.
Wir haben in einem Plenum darüber gesprochen wie es uns Bewohner*innen
des Platzes geht, wenn die Drohne geflogen wird. Es sind so viele Leute
wie schon lange nicht mehr gekommen und im Protokoll ist nachzulesen,
dass das Fliegen rund um das Wohnhaus eine Pallette an Emotionen von
Ängsten bis Zerstörungsfantasien auslöst. Ich denke, dass genügt um
einzusehen, dass es nicht respektvoll ist nun rund um das Wohnhaus und
den Garten zu fliegen.
Nun ist mir zu Ohren gekommen, von zwei Gastpersonen, einer Person in
Genese nach einem Krankenhausaufenthalt ... - kurz, von mehreren
Personen, dass wieder rund um das Haus geflogen wurde. Die Reaktionen
der Gastpersonen war eher "what the fuck" - sie kannten das Flugobjekt
noch nicht, und von den Personen die schon im Plenum zur Debatte waren,
fühlte es sich nach einer respektlosen bis provokanten Aktion an.
Ich selbst sehe es auch als respektlos, nach all den Stimmen trotzdem zu
fliegen.
Ich habe keinerlei Ambitionen dieses Thema nun größer zu machen als es
ist. Mit meiner Niederschrift und Bekanntmachung meiner Sicht an euch,
den Leitungskreis, ist es für mich getan. Ich brauche keinen Prozess und
keine Aufmerksamkeit dazu. Die Dinge sind für mich klar. Es gibt viele
andere Dinge weiter zu bewegen. Ich fühle eine Aufbruchstimmung.
Alles Liebe von der aufgehenden Sonne,
Wolfi
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