Hallo ihr ! Anbei findet ihr das Protokoll von gestern. Alle Entscheidungsvarianten hatten hohe Widerstände. Die niedrigen Widerstände hatte, dass wir einen alternativen Weg finden das Haus zu sanieren. Wäre weiter dabei, wenn sich es ein feines committetes Team findet, wir uns entscheiden Budget in die Hand zu nehmen und externe Expert*innen haben, die uns begleiten. Ohne Förderung fühlt es sich weiter weg an nächste Schritte zu tun. Vorantreiben werde ich jetzt nicht mehr. Ich bin gespannt wer den Ball aufnehmen und diese Alternativen konkretisieren wird. Ich habe soeben Markus von unserem Entscheidungsprozess informiert und abgesagt. Er wird die anderen (AEE Intec, Markus Spitzer, Kai) informieren. Den Mailverlauf und seine Antwort könnt ihr unten nachlesen. Ich hoffe ihr findet euch bzw. das Cambium in den Zeilen wieder. Ich höre mit einem Klassiker auf: „Soweit sind wir gekommen“ Ahoi, wo auch immer ihr alles grad seid. Christian Nachstehend für die Transparenz meine Mail an Markus und seine Antwort: Lieber Markus, Wir hatten gestern ein langes Treffen bis 23 Uhr und auch noch im Vorfeld viele Gespräch. Sarah und ich würden eigentlich gerne persönlich mit dir sprechen. Hier mal (fast) kurz und knackig. Wir können dir / euch nicht mit halbwegs gutem Gefühl zu einer Einreichung zusagen, wenn der erwartbare Eigenanteil so hoch ist. Die Komfortzone für unseren Investitionsanteil hört - bei jetzigen Wissens-/Diskursstand - leider ein ganz schönes Stück unter unserer Übersetzung eurer Kostenschätzung auf. Wir schaffen den koordinativen / emotionalen Weg in unserem Rahmen & Selbstverständnis in dem Tempo, das grad notwendig ist, nicht. 60%-Reduktionziel & Innovationsflicht gepaart mit vagen Bilder trägt dazu bei. Dass das Projektvolumen so groß wird und was das für uns heißt, war erst so richtig nach unserem Online-Treffen Ende August klar - auch wenn es total schlüssig ist, dass das die erwartbaren Kosten für ein innovatives Klima-Demonstrationsprojekt sind. Wir haben euren Zahlen gestern nochmal sehr genau durchgeschaut und anhand der wichtigsten Stellschrauben die Auswirkungen auf Nutzungsbeiträge geschätzt. Die Bandbreite der Szenarien ist enorm. Über den Vermögenspool könnten wir nur noch etwas mehr als 2 Millionen abdecken. Gespräche mit anderen Projekten und Expert*innen über Refinanzierungskosten haben gestern die Schätzungen eher rauf- als runtergesetzt. Wir müssten ein Mix an Annahmen in Bezug auf Zinshöhe, Entwicklung Anzahl Bewohner*innen, Mehreinnahmen, sonstige bauliche Maßnahmen treffen, die in Summe unseriös wirken, damit wir bei einer Finanzierungsvolumen landen, das sich in kurzer Zeit ohne viel Diskurs und den Raum Fragen zu klären "durchbringen lässt". Wir haben Sorge, dass wir geteilte Werte, die Leistbarkeit unseres Projektes und manche Weggefährt*innen auf dem Weg verlieren. Wir haben in der kurzen Zeit viel Abstimmung und Klarheit intern schaffen können, trotz Sommerzeit und wechselnden Urlauben. Das hat uns richtig weitergebracht - Bilder über unseren Platz / das Gebäude und Prioritäten werden klarer, finanzielle Stellschrauben deutlicher und ein Team ist entstanden. Jetzt können die Diskussionen über finanzielles Commitment und Risiko losgehen mit sauberer Entscheidung. Uns ist es wichtig uns um unser Haus zu kümmern, um unsere ökologische Verantwortung, aber wenn wir das Feedback ernst nehmen müssen wir das Schritt für Schritt "in mehrere Häppchen" machen (da tauchen auch bei mir viele Fragenzeichen auf). Wir wollen trotz Skepsis über DIY unsere Netzwerke stärker in die Umsetzung einbinden (Wandergesell*innen, Baukollektive, etc..). Wir müssen intern genauer werden, welche Raumqualität wir haben wollen. Egal wie es weiter geht, wir werden Unterstützung brauchen und einigen von uns hat die Zusammensetzung des Konsortiums, der Weg den wir eingeschlagen haben, der Austausch richtig gut gefallen. Das sind die Zeilen, die ich gerade teilen kann. Ich hätte mir mehr Lust auf spannende, innovative Bilder und bissi mehr Mut im Haus gewunschen. Ich glaub auch nicht, das andere Wege günstige / leichter werden und bin - bei allem Verständnis für die Finanzierungssorgen – gerade persönlich richtig enttäuscht. Wahrscheinlich wird es dir nicht anders gehen, wenn du fertiggelesen hast. Freu mich, wenn wir uns hören. Alles Liebe Christian Antwort von Markus Hallo ihr beiden, danke für das Mail und das kurze Telefonat gerade eben, Christian. Ich habe die Zeilen in deinem Mail mit großer Neugier gelesen und bin jetzt erstmal auch richtig enttäuscht. Enttäuscht, weil ich es für eine verpasste Chance halte. Eine verpasste Chance für euch, weil eine gewisse zeitliche Dynamik eben auch Vorteile hat und manches hilft schneller zu klären. Aber natürlich auch, weil die öffentlichen Förderungen in den nächsten Jahren nicht mehr, sondern eher noch weniger werden dürften. Eine verpasste Chance für uns, weil wir gerne mit euch gemeinsam an tragfähigen Zukunfstbildern und -plänen gearbeitet hätte und uns der Weg mit dem Konsortium Spaß gemacht hätte, mit AEE und auch mit Natürlich Bauen wäre das für uns richtig spannend und lehrreich geworden. Und eine verpasste Chance für das ganze System, weil gerade Projekte, die versuchen Leistbarkeit und Klima- und Ressourcenschutz unter einen Hut zu bringen so dringend benötigt werden. Soweit mal meine ersten Zeilen. Lasst uns gerne dazu in den nächsten Tagen austauschen und auch dazu, wie wir den eingeschlagenen gemeinsamen Weg gut abschließen können. Lieben Gruß an euch beide und bis bald! Markus